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Wie alles anfing


Im Frühjahr 2005 war es, als mein alter Kumpel Harry (Harald Götz) sich bei mir meldete, er und Andy (Andreas Göbel) hätten ihre alte Tipp-Kick-Leidenschaft aus Kindertagen neu entdeckt und sich bei Ebay ein Tipp-Kick-Spiel ersteigert.

Mein erster Gedanke: Senile Bettflucht!

Ich versuchte mir zwei alternde Männer um die vierzig vorzustellen, die mit durchgerutschten Knien am Boden krabbelten und nächtelang selbstvergessen versuchten, mit klapprigen Spielzeugfiguren eckige kleine Bälle in billige Plastiktore zu bugsieren.
Als ehemaliger Kicker-Champion hatte ich für derlei Kindereien nie Verständnis gehabt, zumal dieses Spiel für mich schon immer auf einhundert Prozent Zufall beruhte. Von aufgesetzten Außenrist-Drehern hatte ich ja noch nie gehört, und ich versuchte also, das Gespräch in andere Bahnen zu lenken.

Es kam aber, wie es kommen musste, und am Ende stand die Frage: "Wir sind auf der Suche nach Mitspielern. Hast du nicht mal Lust?"
Ich glaube, dass ich mich mit Hilfe billiger Ausreden noch ein paar Mal aus der Affäre ziehen konnte, Harry`s Hartnäckigkeit aber schließlich nicht auszuhalten war, und also war es bald so weit:

Tipp-Kick-Abend bei Harry!

Um es kurz zu machen: Es dauerte genau einen Abend um mir klar zu machen, dass der legendäre Liverpool-Coach Bill Shankly natürlich recht hatte, als er sagte:

"Einige Leute denken, Tipp-Kick ist eine Frage von Leben und Tod. Ich bin von dieser Einstellung sehr enttäuscht. Ich versichere Ihnen, dass es viel viel mehr ist als das!"

Was folgte, waren mehrere Monate lang nervenzerfetzende Mittwoch-Abend-Trainingslager, während denen wir uns nicht nur in schöner Regelmäßigkeit auf`s Übelste beschimpften, sondern auch gleich noch die Idee entwickelten, mit einer Mannschaft am Liga-Spielbetrieb teilzunehmen. 
Wir hatten nämlich in der Zwischenzeit auch schon an einigen Turnieren teilgenommen, unser Andy gewann sogar bei seinem ersten Turnier in Murgtal keine Blumen, was ihm vielleicht lieber gewesen wäre, sondern gleich einen Pokal als bester Amateur-Spieler - oder war es doch nur eine Urkunde?

Jedenfalls lernten wir so auch andere Tipp-Kick-Besessene kennen, und so kam es dann auch, dass wir (Harald Götz, Andreas Göbel, Wolfgang Renninger) unsere ersten Liga-Erfahrungen als Söldner unter der gestrengen Regie der Oberpfälzer Tipp-Kick-Ikone Thomas Krätzig für den OTC Amberg in deren damaliger dritten Mannschaft sammeln durften.

Unsere eigenen Mannschafts-Pläne - mittlerweile hatten wir, natürlich nach erregten Diskussionen, zumindest unseren Vereinsnamen "Eisefüß Würzburg" beschlossen - stiessen jedoch auf ein nicht zu unterschätzendes Hindernis: die vorgeschriebene Mannschaftsstärke von vier Spielern. 
Zwar konnten wir immer mal wieder neue Mitspieler bei unseren Mittwoch-Abend-Duellen begrüßen, keinen von ihnen konnten wir aber zwingen, sich uns anzuschließen - möglicherweise aufgrund unserer rüden Umgangsformen, sobald die Uhr läuft.

Ermuntert durch das Vorgehen eines zukünftigen Mitkonkurrenten in der Verbandsliga - bissige Raubfische aus der Oberpfalz, die als vierten Spieler "Hans-Guck-in-die-Luft" meldeten, den Beweis ihrer Bissigkeit dann aber schändlich schuldig blieben! -, setzten wir kurzerhand die Namen einiger unserer Wackelkandidaten sowie die einiger Nürnberger Tipp-Kicker, die wir im Rahmen eines Freundschaftsspiels kennenlernten, auf den Meldebogen, in der brüchigen Hoffnung, einer von ihnen hätte schon immer Zeit.

Wie es der Zufall so wollte, befand sich unter den Nürnberger Tipp-Kickern auch das wohl begnadetste Tipp-Kick-Talent, das dieser Sport in Deutschland seit langem gesehen hatte - nur wusste das leider niemand!

Alex Kraus, so der Name dieses Tipp-Kick-Juwels, schlummerte im Dornröschenschlaf vor sich hin, nur ab und an unterbrochen durch gelegentliche Trainingsspielchen mit seinem Vater Hans oder unregelmäßig stattfindende Privat-Turniere in der Stadtbücherei Röthenbach, die der muntere Alex nach Lust und Laune dominierte.

Als dann das Angebot aus Würzburg kam, wusste Alex: Jetzt ist es so weit!

Sofort war diesem intelligenten Tipp-Kick-Siegfried klar, dass mit dieser Mannschaft alles das zu erreichen war, was er sich insgeheim immer erträumt hatte:
Ganz nach oben zu kommen, in den Tipp-Kick-Olymp, die Meisterschaft der Verbandsliga Süd-Ost zu erreichen!

Und also nahmen ihn seine drei väterlichen Mitspieler unter ihre Fittiche, hielten ihn, wenn es geboten war, auch einmal davon ab, mit dem vorlauten Vater eines Kontrahenten sich in körperliche Auseinandersetzungen einzulassen, und halfen ihm so, seine Fähigkeiten zur Entfaltung zu bringen.

Natürlich nicht ganz uneigennützig: Alex` spielerische Brillianz beflügelte auch uns alte Säcke, und so eilten die Eisefüß Würzburg in ihrer ersten Verbandsliga-Saison 2006-2007 von Sieg zu Sieg.

Einzig einige widerborstige Bayern, namentlich die dritte Mannschaft der Flinken Finger Bruck, hatten keinen Sinn für die Geschichtsträchtigkeit unseres Vorhabens, und wiesen uns in zwei denkbar knappen, hochspannenden Matches in die Schranken.

Ein besonders unverschämter Brucker, Thomas Ruchti, schnappte unserem Jung-Siegfried zu allem Überfluss auch noch Platz eins in der Einzelwertung weg, was ich aber persönlich rächte, indem ich ihm noch die einzige Saisonniederlage beibrachte.

Was blieb, war Platz zwei in der Abschluss-Tabelle und natürlich der eiserne Wille, in der Saison 2007-2008 das Märchen zu Ende zu schreiben und in die Regionalliga aufzusteigen. 

Mindestens...



Wolfgang Renninger

 


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